Aktiv im Berufsleben trotz Blasenschwäche

Blasenschwäche kann bei Betroffenen zu großen Ängsten im Berufsleben führen. Oftmals kreisen die Gedanken darum, wann eine Toilettenpause möglich ist und wie verhindert werden kann, dass Kollegen von der Blasenfunktionsstörung erfahren. Dies kann sich nicht nur negativ auf die Konzentrationsfähigkeit und die Produktivität auswirken, sondern vor allem zu einer psychischen Belastung der Betroffenen führen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die den Arbeitsalltag erleichtern:

Tritt eine Blasenschwäche erstmals auf, ist es sinnvoll, mit dem behandelnden Arzt zunächst abzuklären, welche Ursache die Blasenfunktionsstörung hat. So sollte man mit Stressinkontinenz vermeiden, allzu schwer zu heben und zu tragen, da dies den Beckenboden unnötig belastet. Auch ist es hilfreich, eine Tätigkeit zu wählen, bei der die meiste Zeit eine Toilette zur Verfügung steht. Die meisten Berufe können jedoch mit einer guten Versorgung der Betroffenen weiterhin ausgeübt werden. So bieten aufsaugende Inkontinenzprodukte einen diskreten Schutz zwischen den Toilettengängen und stellen das Mittel der ersten Wahl dar. Nur bei ausgeprägter Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen Medikamente oder operative Methoden zum Einsatz.

Am Arbeitsplatz selbst fühlen sich Betroffene meist entlastet, wenn sie eine Vertrauensperson an ihrer Seite wissen, mit der sie über ihre Ängste und Befürchtungen sprechen können. Dies kann eine liebe Kollegin, aber auch der Vorgesetzte sein. Ein offener Umgang mit der Blasenfunktionsstörung baut Stress ab und mindert das Gefühl, etwas verheimlichen zu müssen. Auch eine sorgfältige Planung der Arbeitszeit kann dabei helfen, sich sicher zu fühlen. Sie ermöglicht regelmäßige Toilettenpausen und kann so dazu beitragen, dass es seltener zu unfreiwilligem Harnabgang kommt.

Da konzentrierter Harn die Blase reizt, ist es zudem sinnvoll, ausreichend zu trinken. Koffein, Alkohol oder stark kohlensäurehaltige Getränke sollten jedoch nur in geringem Maße genossen werden, da sie harntreibend wirken. Auch Zigarettenkonsum und der dadurch verursachte Raucherhusten können sich negativ auf die Blase auswirken. Da jedes Kilo mehr eine zusätzliche Belastung für den Beckenboden darstellt, ist es ratsam, bestehendes Übergewicht langfristig abzubauen. Nicht zuletzt verbessert regelmäßiges Beckenbodentraining nachweislich die Kontrolle über die Blase. Etwa 70% der leichten bis mittleren Belastungsinkontinenz können durch richtiges Beckenbodentraining verbessert werden, bei Dranginkontinenz profitiert jeder Zweite von einem gezielten Training der Beckenbodenmuskulatur.

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