Praktische Tipps bei Inkontinenz

Die erfolgreichste Vorgehensweise bei Blasenschwäche ist, in kleinen Schritten vorzugehen. Aktivitäten, die auf den ersten Blick nichts mit dem Problem zu tun haben, können helfen, die Inkontinenz wieder in den Griff zu bekommen. Besonders wichtig ist eine positive Einstellung und der Wille das eigene Leben zu verändern.

Folgende Punkte können ein guter Anfang sein:

Trinken Sie ausreichend - das ist wichtig!

Um richtig zu funktionieren, benötigt der menschliche Körper entsprechende Mengen an Flüssigkeit. Denken Sie daran, auch wenn Sie Probleme mit dem Urinhalten haben.

Wissenswertes:

  • Ein Erwachsener soll täglich ca. 1,5–2 Liter Flüssigkeiten zu sich nehmen. Bei hohen Temperaturen (z.B. im Sommer) ist diese Menge entsprechend zu erhöhen.
  • Entsprechende Flüssigkeitsmengen unterstützen die Funktion der Nieren.
  • Am besten ist es, wenn man nach Bedarf trinkt.
  • Um den Durst zu löschen, eignen sich am besten solche Getränke, die keine unnötigen Kalorien enthalten, wie stilles Mineralwasser, Quellwasser, Kräuter- und Früchtetee, Malzkaffee und fettarme Milch.

Achtung: Einige Kräuterteesorten wie z.B. Brennnesseltee wirken harntreibend. Ähnliche Wirkung haben auch einige Früchte, z.B. Wassermelone und Kirschen.

Was soll man machen, um die Harnmenge zu reduzieren? Der erste Gedanke, der vielen Menschen in den Sinn kommt ist: Einfach weniger trinken. Leider ist dies eine sehr ungünstige Lösung für den Körper, die zudem einen unerwünschten Einfluss auf die Harninkontinenz nehmen kann. Kleinere Mengen an aufgenommenen Flüssigkeiten mindern tatsächlich die Urinausscheidung (Diurese). Es kommt jedoch gleichzeitig zur Minderung des Funktionsvolumens der Harnblase. Das bedeutet, dass der Drang auf die Blase viel schneller spürbar wird, selbst bei niedriger Auffüllung.

Einnahme von zu kleinen Flüssigkeitsmengen kann zur Entwässerung des Körpers führen, was besonders für Kinder und ältere Menschen gefährlich ist.

Erste Symptome der Entwässerung sind:

  • starkes Durstgefühl
  • Mundtrockenheit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit

Fortschreitende Entwässerung erkennen Sie sonst durch folgende Symptome: Kraftverlust und psychomotorische Störungen. Steigende Entwässerung des Körpers ist gesundheitsschädlich!

Achten Sie auf gesunde Ernährung und einen geregelten Verdauungsprozess.

Richtige Ernährung, die dem Körper unentbehrliche Nährstoffe liefert, garantiert gutes Wohlbefinden und hilft Verdauungsprobleme zu vermeiden. Häufige Verstopfungen, die durch falsche Ernährung hervorgerufen werden, können zur übermäßigen Ausdehnung des Endabschnitts des Verdauungstrakts führen. Die verbleibenden Stuhlmassen drücken auf die Harnblase und vermindern somit ihr Volumen. Ferner kann der Druck auf die Harnröhre zu Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung führen. In solchen Fällen kommt es zur Blasenüberfüllung und infolge dessen zum unkontrollierten Harnlassen.

Was können Sie tun?
  • Achten Sie auf Ihre Kleidung: sie sollte leicht zu öffnen sein. Ein komplizierter Hosen- bzw. Rockverschluss kann die Ursache dafür sein, dass man die Toilette nicht rechtzeitig erreicht.
  • Der Weg zur Toilette soll unkompliziert sein.
  • Sollte eine Änderung der Umgebung nicht möglich sein und der Betroffene erreicht die Toilette oft nicht rechtzeitig, bietet ein Sanitärstuhl am Bett eine gute Lösung.
Prophylaxe – Vorbeugen ist besser als heilen!

Entsprechende Hygiene, darunter die Verwendung von speziellen Pflegeprodukten, hat grundsätzliche Bedeutung in der Prophylaxe von Entzündung der Harnwege sowie Hautentzündungen, die zu wund gelegenen Stellen führen können. In der Regel hat man bei bettlägerigen Personen mit verminderter Infektionsimmunität zu tun. Zusätzlich hat deren Haut ständigen Kontakt mit reizenden Harnbestandteilen. Deswegen ist Hygiene an dieser Stelle von besonderer Bedeutung.

Denken Sie daran:
  • Wechseln Sie den Inkontinenzschutz nach Bedarf. Achten Sie darauf, dass die Vorlagen oder Inkontinenzhosen nicht zu lange getragen werden. Ein vollgesaugtes Inkontinenzprodukt gewährleistet nicht den notwendigen Schutz und begünstigt die Entstehung von Hautentzündungen.
  • Bei jedem Wechsel sollte eine schonende Reinigung und Pflege des Intimbereichs erfolgen. Am besten benutzt man dazu einen speziellen Reinigungsschaum oder andere Reinigungspräparate zur Anwendung ohne Wasser.
  • Auf gereinigte Haut sollte eine spezielle schützende Creme aufgetragen werden, die vor reizenden Substanzen schützen.

Mehr zum Thema Hygiene bei Inkontinenten finden Sie hier.

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