Kultursensible Pflege – Interkulturelle Kompetenzen gefragt!

Im Laufe der Zeit hat sich der Anteil an Pflegebedürftigen aus anderen Kulturkreisen stark vergrößert. Folglich muss sich auch das Pflegepersonal an die veränderten Umstände anpassen. Unbekannte Kulturen und Lebensgewohnheiten stellen dabei das Pflegepersonal vor neue Herausforderungen und fordern gleichzeitig ein hohes Maß an Toleranz sowie soziale und interkulturelle Kompetenz. Die kulturell spezifischen Bedürfnisse und Wünsche der Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund müssen erkannt und respektiert werden, um diese in den Pflegemaßnahmen umsetzen zu können.

Um sich den Herausforderungen der kultursensiblen Pflege stellen zu können, sollten Mitarbeiter eine grundsätzliche Offenheit gegenüber verschiedenen Lebensstilen sowie kulturellen und religiösen Bedürfnissen besitzen. Zudem sind pflegerische Maßnahmen wie z.B. Ernährungsregeln individuell an den Einzelnen anzupassen. Eine Gleichbehandlung aller Pflegebedürftigen ist im Allgemeinen eher ungeeignet, da so wichtige kulturelle Unterschiede übersehen werden können. Besonderheiten sollten daher im Vorfeld besprochen werden.

Je ausgeprägter Kultur, Sitten und Bräuche der Pflegebedürftigen, desto höher sind die Anforderungen an das Personal. Mangelndes Wissen und fehlende Informationen über Lebensgewohnheiten oder spezielle Umgangsregeln können zu Unsicherheiten im fachlichen Handeln sowie in der direkten Interaktion führen. Daher muss die Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen als professionelle Aufgabe verstanden werden. Hier sind die Entscheidungsträger von Einrichtungen und ambulanten Diensten gefragt. Ziel ist es, die Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren und ihnen Hilfestellungen für kultursensible Pflege im Alltag zu geben. Fort- und Weiterbildungsangebote sind daher unerlässlich.

Die Beschäftigung von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund ist eine weitere Möglichkeit, sich einer kultursensiblen Pflege zu nähern. Dabei ist besonders die Mehrsprachigkeit des Personals ein wichtiger Aspekt. Die vorhandenen Sprachkenntnisse können nicht nur helfen, Missverständnisse zu vermeiden, sondern gleichzeitig zum Wohlbefinden der Pflegebedürftigen beitragen. Stammen Pfleger und Pflegebedürftiger aus einem ähnlichen oder dem gleichen Kulturkreis, gestaltet sich der Pflegealltag leichter.

Kultursensible Pflege wird im Laufe der Jahre eine immer größere Bedeutung erlangen. Daher ist es notwendig, dass Pflegedienste und Einrichtungen sich rechtzeitig mit der Thematik auseinandersetzen. Nur so können Missverständnisse vermieden und die Pflegemaßnahmen individuell an die Bedürfnisse der einzelnen Kulturkreise angepasst werden.

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