Blasenschwäche – eine Begleiterscheinung vieler Krankheiten

Noch immer besteht der Irrglaube, Blasenschwäche sei eine eigenständige Krankheit. Dabei tritt die Blasenfunktionsstörung immer als eine Begleiterscheinung auf. Neben bekannten Ursachen wie Schwangerschaften und Wechseljahre gibt es viele Krankheiten, die eine Blasenschwäche zur Folge haben können.

Zu diesen Krankheiten zählt auch die Stoffwechselerkrankung Diabetes. Studien belegen, dass besonders Menschen mit dem Diabetes mellitus Typ 2 von einer Blasenfunktionsstörung betroffen sind. Es wird vermutet, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert die Nerven schädigt, welche die Blasenentleerung steuern. Dies kann eine Überlaufinkontinenz zur Folge haben, wobei es zu einer Störung des Harndrangempfindens kommt. Der Betroffene verspürt den Harndrang erst dann, wenn es zu spät ist. Es kommt zum „Überlaufen“ der Blase und einem ungewollten Harnabgang.

Bei Männern hingegen sind Veränderungen der Prostata eine der häufigsten Ursachen. Meist handelt es sich dabei um eine gutartige Prostatavergrößerung, eine sogenannte benigne Prostatahyperplasie. In seltenen Fällen kann jedoch eine Entzündung oder gar eine Krebserkrankung dahinterstecken. Die vergrößerte Prostata verengt die Harnröhre und verursacht unter anderem Beschwerden beim Wasserlassen, ein Abschwächen des Harnstrahls sowie häufigen Harndrang. Zudem kann die Blase oft nicht mehr vollständig entleert werden, sodass ein Restharn zurückbleibt, welcher Harnwegsinfektionen und Blasensteine verursachen kann.

Des Weiteren treten Blasenfunktionsstörungen vermehrt bei neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose auf. Diese Krankheiten führen zur Schädigung des zentralen Nervensystems, wodurch die Übermittlung zwischen Gehirn, Rückenmark und Harnsystem gestört wird. Die Betroffenen verlieren so die Kontrolle über ihre Blase.

Bei den ersten Anzeichen einer Blasenschwäche sollte daher schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um schwerwiegende Krankheiten ausschließen zu können. Eine gezielte Anamnese sowie verschiedene Untersuchungen helfen dabei, die genaue Ursache der Funktionsstörung zu finden. Nachdem der Arzt die Diagnose gestellt hat, wird er zeitnah die notwendigen therapeutischen Maßnahmen einleiten.

 

Diese Seite nutzt Cookies zur Sicherheit und zur Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit, aber auch zu statistischen und Marketingzwecken. Sie können die Cookie Einstellungen direkt in Ihrem Browser ändern. Wenn Sie diese Website ohne Änderung an den Cookie Einstellungen nutzen, stimmen Sie automatisch unseren Cookie Richtlinien zu. Mehr über die Cookie Richtlinien erfahren »